Mehr Klimaschutz bei der organischen Düngung

Thorsten Scheile hat an der Universität Göttingen Agrarwissenschaften studiert. In seiner am IAPN erstellten und von Junior-Prof. Senbayram betreuten Masterarbeit hat er mit verschiedenen Salzen zur Minderung der Ammoniakemissionen aus Rindergülle experimentiert.

 

Herr Scheile, Sie wurden für Ihr Engagement für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft mit dem Förderpreis der Agrarwirtschaft 2014 ausgezeichnet. Was sind die wichtigsten Ergebnisse ihrer Masterarbeit?

 

Das wichtigste Ergebnis ist, dass durch den Zusatz von Kalium- bzw. Magnesiumsalzen zu Rindergülle die Ammoniakemissionen nach der Gülleapplikation auf den Boden signifikant reduziert werden konnten. Dieser Effekt war mit den verschiedenen geprüften Böden unterschiedlich, aber in allen Fällen deutlich erkennbar. Die Ergebnisse wurden in mehreren Topfversuchsreihen im Labor erzielt, simuliert haben wir die Ausbringung mit dem bodennahen Schleppschlauchverfahren.

 

Welche wissenschaftlichen Herausforderungen gab es bei ihren Untersuchungen?

 

Eine Herausforderung war, die richtige Anpassung der Versuchsanstellung an die Fragestellungen mit den benötigten Apparaturen hinzubekommen. Wie gesagt, haben wir Topfversuche angestellt, dennoch wollten wir mit den Versuchsbedingungen so gut wie möglich die reale Situation im Feld simulieren. In die Töpfe wurden gesiebte Böden eingefüllt. Der Rindergülle haben wir verschiedene Konzentrationen der geprüften Salze zugesetzt und die Mischung in Form von Güllestreifen – analog zur Schleppschlauchtechnik im Feld – auf die Böden in den Töpfen appliziert. Die dann gasdicht verschlossenen Töpfe waren mit einem Gaschromatographen verbunden, um die emittierten Spurengase computergestützt zu erfassen. Ammoniak habe ich mit zahlreichen Gaswaschflaschen aufgefangen, die über die gesamte Versuchsdauer einmal am Tag ausgetauscht werden mussten. So war der praktische Versuch doch recht arbeitsintensiv und zusammen mit den Ergebnissen des Gaschromatographen gab es viele Daten, die ausgewertet werden mussten. Aber der Aufwand hat sich ja gelohnt.

 

Kann man aufgrund der Ergebnisse bereits ganz konkrete Empfehlungen an die Praxis geben oder besteht zunächst noch weiterer Forschungsbedarf?

 

Konkrete Empfehlungen für die landwirtschaftliche Praxis geben zu können, wäre schön, soweit sind wir aber leider noch nicht. Wir haben ja unter Laborbedingungen mit einem gasdicht abgeschlossenen Durchflusssystem gearbeitet, das nur einen ganz konstanten und auch recht geringen Luftstrom zuließ. Für die tatsächlichen Ammoniakemissionen sind aber auch äußere Einflüsse wie beispielsweise die Temperatur oder die Strahlung bei der Gülleausbringung von großer Bedeutung. Man muss nun unter praxisnahen Bedingungen weiterforschen. Forschungsbedarf besteht aber auch in Bezug auf die physiko-chemischen Mechanismen, die zur Reduzierung der Emissionen durch die Salze führen.

 

Wie hat Ihnen die Arbeit am IAPN gefallen?

 

Ich war sehr zufrieden mit meiner Arbeit am IAPN. Sehr schön war auch die Hilfsbereitschaft der technischen Assistentinnen und dass ich mit so einer hochwertigen technischen Ausstattung arbeiten durfte.

 

 

Und wie geht es jetzt beruflich weiter?

 

Ich promoviere seit April 2014 am Institut für Graslandwissenschaft der Universität Göttingen. Dort beschäftige ich mich mit Nährstoffkreisläufen auf Extensivweiden. Herausfinden möchte ich, welche maßstababhängigen Einflüsse unterschiedliche Vegetationsbestände und Tierarten auf die Nährstoffkreisläufe haben.

 

Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und herzlichen Dank für das Gespräch!

 

 

News zur Auszeichnung mit Video der agrarzeitung