Das IAPN bei der DGP Jahrestagung

Vom 25. bis zum 27. September 2019 fand in Berlin die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft zur Pflanzenernährung (DGP) statt. Die Veranstaltung trug in diesem Jahr den Titel: “Plant Nutrition meets social expectations of sustainable plant production”. Mehr als 100 Teilnehmende waren anwesend, auch alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaflter des IAPN Teams. Das breite Spektrum an Beiträgen spiegelte die Vielfalt der Forschung zur Pflanzenernährung.

 

Juniorprofessorin Dr. Merle Tränkner präsentierte Meta-Analyse von Magnesium-Studien der letzten 70 Jahre

Juniorprofessorin Dr. Merle Tränkner präsentiert auf der DGP-Tagung 2019 Ergebnisse einer Meta-Analyse des IAPN von wissenschaftlichen Magnesium-Studien aus der Zeit von 1950 bis 2018. (Foto: Jamali)

Juniorprofessorin Dr. Merle Tränkner präsentiert auf der DGP-Tagung 2019 Ergebnisse einer Meta-Analyse des IAPN von wissenschaftlichen Magnesium-Studien aus der Zeit von 1950 bis 2018. (Foto: Jamali)

 

Professorin Dr. Merle Tränkner war mit ihrem Vortrag „Critical Leaf Magnesium Thresholds for Plant Growth“ im Themenbereich „umweltfreundliche Pflanzenernährung“ der Tagung vertreten. Sie präsentierte Ergebnisse eines systematischen Reviews und einer Meta-Analyse aller wissenschaftlich publizierten Magnesium (Mg)-Studien der letzten 70 Jahre. „Die Studie zeigt, dass für zahlreiche Pflanzenarten wie Weizen, Reis, Mais, Kartoffel, Sorghum und Gerste kritische Mg-Konzentrationen für die Biomassebildung im Bereich von 0,1 bis 0,2 % liegen“, so Merle Tränkner. „Für die Netto-CO2-Assimilation jedoch sind die kritischen Mg-Konzentrationen meistens höher als für die Biomassebildung.“

 

Dr. Ariel Turcios zeigte Poster zur Wirkung von Kalium in Quinoa-Pflanzen

Wissensaustausch auf der DGP-Tagung 2019 in Berlin: Dr. Ariel Turcios erläutert, wie Kalium das Wachstum und die Physiologie der fakultativen Halophyte Chenopodium quinoa Willd. beeinflusst. (Foto: Tränkner)

Wissensaustausch auf der DGP-Tagung 2019 in Berlin: Dr. Ariel Turcios erläutert, wie Kalium das Wachstum und die Physiologie der fakultativen Halophyte Chenopodium quinoa Willd. beeinflusst. (Foto: Tränkner)

 

Dr. Ariel Turcios und Dr. Paulo Cabrita – beide wissenschaftliche Mitarbeiter am IAPN – präsentierten jeweils ein Poster. „Importance of potassium for quinoa (Chenopodium quinoa Willd.) cultivated under moderate saline conditions“ war der Titel des Posters von Ariel Turcios. Es beleuchtete den Effekt von Kalium (K) auf das Wachstum und die Physiologie von Quinoa-Pflanzen, die unter salinen (salzreichen) und nicht-salinen Bedingungen gewachsen sind. Ariel Turcios zeigte, dass K ein sehr bedeutendes Mineral für die Produktivitätssteigerung der fakultativen Halophyte C. quinoa Willd. ist. Salinität kann sich jedoch auf die K-Aufnahme unter ausreichender K-Zufuhr negativ auswirken. Grund dafür ist der mögliche Antagonismus der beiden Kationen Natrium und Kalium. Fakultative Halophyten sind salztolerante Pflanzen: Sie wachsen auf salzhaltigen Böden, entwickeln sich aber besser an salzfreien Standorten.

 

Fernerkundung im Feldversuch zu Mg: Forschungsergebnisse von Dr. Paulo Cabrita

Dr. Paulo Cabrita forscht als wissenschaftlicher Mitarbeiter am IAPN im Bereich digitaler und sensorischer Methoden in der Pflanzenernährung. (Foto: Tränkner)

Dr. Paulo Cabrita forscht als wissenschaftlicher Mitarbeiter am IAPN im Bereich digitaler und sensorischer Methoden in der Pflanzenernährung. (Foto: Tränkner)

 

Paulo Cabrita stellte in seinem Poster mit dem Titel „Study of Crop Response to Magnesium Fertilization through Remote Sensing Methods“ Ergebnisse eines Feldversuches zur Mg-Düngung vor. In diesem Versuch wurde eine Analyse von hochaufgelösten Satellitenbildern sowie Feldspektrometrie in Kombination mit der chemischen Analyse von Feldproben durchgeführt. „Biomasse, Blattgröße und Pigmentanteil nahmen mit Steigerung der Mg-Aufwandmengen zu, erkennbar anhand von Veränderungen in den Werten der Vegetationsindizes NDVI, MSAVI, Chlorophyll Index RedEdge, ARI“, erklärte Paulo Cabrita. Er zeigte, dass Fernerkundung – hier unter Verwendung hochaufgelöster Satellitenbilder – eine sehr vielversprechende Methode zur Überwachung nicht nur von Pflanzenwachstum und -entwicklung, sondern auch von physiologischen und morphologischen Reaktionen von Pflanzen auf Mg-Düngung ist.

 

Photoprotektion unter Mg-Mangel: Prämiertes Poster von Setareh Jamali Jaghdani

Der Einfluss von Mg-Mangel auf die Funktionsfähigkeit der Photosysteme und der photosynthetischen Effizienz steht im Mittelpunkt der Forschungen von IAPN Doktorandin Setareh Jamali Jaghdani. (Foto: Tränkner)

Der Einfluss von Mg-Mangel auf die Funktionsfähigkeit der Photosysteme und der photosynthetischen Effizienz steht im Mittelpunkt der Forschungen von IAPN Doktorandin Setareh Jamali Jaghdani. (Foto: Tränkner)

 

Setareh Jamali Jaghdani, Doktorandin am IAPN, stellte ebenfalls Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit vor. Ihr Poster trug den Titel “Influence of magnesium on photosynthesis and photoprotection in barley”. Im Fokus stand die Frage, ob der photoprotektive Mechanismus Non-Photochemical Quenching (NPQ) eine Verringerung der Photosynthese-Effizienz unter Mg-Mangel verhindern kann. Ihre Forschungen zeigten, dass die CO2-Assimilationsraten mit der Mg-Mangelversorgung abnahmen und unter starkem Mg-Mangel ein Nachlassen von NPQ als photoprotektivem Mechanismus zu erkennen war. Setareh Jamali Jaghdani erhielt für ihr Poster einen Preis der DGP.

 

Die DGP wurde 1968 gegründet. Sie ist ein wissenschaftliches Forum der Pflanzenernährung, das die Teildisziplinen der Ernährungsphysiologie, des Nährstoffhaushalts von Böden und der Düngungslehre zusammenbringt. Die Jahrestagung der DGP wird jedes Jahr an einem anderen Ort veranstaltet. Deutsche und internationale Forschende im Bereich Pflanzenernährung treffen sich auf diesem Fachkongress zu einem Wissensaustausch und stellen ihre neuesten Forschungen in Vorträgen und Postern vor.

 

 

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